Schiefer 16. August 2007

Schiefer – was Sie wissen sollten

Schiefer Steinbruch

Unser Qualitätsprüfer in Indien, Swadesh Rohilla (re). Der Steinbruchbesitzer (li)

Wir möchten heute etwas über Bodenbeläge aus Schiefer berichten. Schiefer ist ein Natursteinmaterial was in den letzten Jahren immer populärer geworden ist, dementsprechend hat auch der Verkauf zugenommen.

Entstehung von Schiefer.

Schiefer ist ein Umwandlungsgestein, welches vor circa 345 bis 450 Millionen Jahren entstanden ist. Umwandlungsgestein bedeutet, dass der Schiefer aus Tonschlammmassen entstanden ist, die sich am Meeresgrund abgesetzt haben.

Der gängigste und bekannteste Schiefer ist sicherlich der Tonschiefer. Dieser ist wie eben beschriebenen entstanden. Auch erwähnenswert – wenn auch von untergeordneter Bedeutung für den Baubereich – ist der Ölschiefer. Dieser kann bis zu 30% Öl enthalten, welches, wenn es erst einmal ins Brennen geraten ist, eine Lagerstätte zu einer echten Feuerstelle werden lassen kann.

Bekannte Schieferarten sind zum Beispiel der brasilianische Schiefer, der Portoschiefer, der Alta Schiefer aus Norwegen, indischer Schiefer oder auch Schiefer aus China.

Eine oft gestellte Frage ist, ob nun Schiefer auch im Außenbereich verwendet werden kann. Es ist so, dass hier zum Beispiel der Portoschiefer und auch der Altaschiefer in Frage kommen. Die anderen Schieferarten sind nicht oder nur bedingt frostbeständig.

Zum Beispiel sind die brasilianischen Schiefer je nachdem aus welcher Lagerstätte sie kommen, mal frostbeständig, mal nicht. Es sollte also eher davon abgesehen werden, Schiefer im Außenbereich zu verlegen, wenn dies vom Hersteller oder Lieferanten nicht eindeutig freigegeben wird.

Weshalb kann der Schiefer – sofern er nicht frostbeständig ist – denn Auffrieren? Dies ist darin begründet dass die dünnen Schichtungen das Eindringen von Wasser nicht ausschließen oder nicht 100% ausschließen. Wenn dann in diese feinen Risse Wasser gelangt, kann die Sprengkraft des Frostes die Schieferplatten zum Platzen bringen.

Auch nicht uninteressant zu wissen ist, dass der Schiefer je nach Herkunft in seiner Oberflächenbeschaffenheit, das heißt in der „Rauhigkeit“, sehr unterschiedlich ausfallen kann. Vielleicht haben Sie im Schlendern durch die Einkaufspassagen schon einmal den Portoschiefer gesehen. Dieser hat eine sehr markante „Eisblumen-Struktur“. Der Portoschiefer, wie auch der indische Schiefer haben eine eher rauhe Oberflächenbeschaffenheit. Wer also noch nicht ganz sicher mit seiner Kaufentscheidung ist, tut gut daran, anhand einem Originalmuster sich diese Unterschiede einmal anzuschauen.

Für ihren besseren Überblick haben wir die Toleranzangaben auf natursteine-shop.de jeweils bei dem Material angegeben.

Als ein Vertreter der Schiefer mit sehr glatter Oberfläche möchte ich hier den brasilianischen Schiefer oder den von uns Hand selektierten indischen Schiefer mit der Bezeichnung „Jak-Supreme“ erwähnen.

Die Rauigkeit des Materials wie auch die Plattengröße muss also durchaus berücksichtigt werden, wenn man die Art der Verlegung plant. Wir empfehlen unseren Kunden grundsätzlich den Schiefer nicht im Dünnbettverfahren, sondern im Mittelbettverfahren zu verlegen. Bei der Verlegung ist weiterhin zu beachten:

- Der Untergrund muss ausreichend ausgetrocknet sein

- Sie sollten unbedingt einen für Naturstein geeigneten Kleber beziehungsweise Mörtel verwenden

- Es ist sinnvoll, die Schieferplatten auf ihrer vorher gereinigten Rückseite mit einem Haftgrund zu bestreichen. Dies verbessert eben die Haftung des Mörtels, da der Schiefer immer einen geringen Teil Öle beinhaltet.

Die Verfugung der Schieferplatten kann mit einem fertig angemischten Fugenmittel oder auch mit Trasszementmörtel erfolgen. Es gibt zwei Möglichkeiten die Fugmasse auf die Fläche zu bringen. Die erste Möglichkeit wäre vollflächig, also über den ganzen Bodenbelag drüber zu Fugen. Eine andere Möglichkeit ist es, nur dort, wo sich die Fugen befinden, mit einer kleinen Kanne fertig angemischte Fugmasse aufzubringen. Dies hat den erheblichen Vorteil, dass die Fläche leichter zu reinigen ist und keine Zementanteile in den Poren übrig bleiben.

Bei der zuerst genannten Methode mit dem voll flächigen verfugten muss man sehr schnell mit klarem Wasser reinigen, um zu verhindern, dass unschöne Zement Anteile auf der fertigen Fläche zurückbleiben.

Schiefer Platten

Oft wird die Frage gestellt, wie der Schiefer zu pflegen ist. Hier empfehlen wir ein im Handel erhältliches Steinöl oder eben auch ein Schieferöl. Dies macht die Fläche in ihrer optischen Wirkung etwas hochwertiger, da das Material einen leichten Glanz erhält und die Farben besser herauskommen.

Zu guter letzt sollte man bei der Verlegung auch beachten, Platten aus verschiedenen Paketen beziehungsweise von verschiedenen Paletten zu mischen ist, um ein ansprechendes Farbenspiel zu erhalten.

Geeigneter Mörtel findet sich zum Beispiel bei Deitermann oder PCI oder Tubag im Baustoffhandel.


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Kommentare

7 Kommentare

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    habe schieferplatte (Bahnwaare)im Mörtelbett verlegt.Auf der Rückseite der Schieferplatten habe ich eine Kontaktschicht mit MDM Kleber (Natursteinkleber) von Kiesel aufgebracht. Nach ca. 2-Tagen haben sich die Platten vom Kleber gelößt. Was habe ich falsch gemacht oder ist dieser Kleber dafür nicht geeignet. Was muß ich dann für eine Kontaktschicht auf den Platten aufbringen.
    Bitte um Antwort!

    MfG Richter

    Kommentar von Richter Manfred am 7. September 2007 um 13:30

  2. Hallo Herr Richter,

    ich hatte Ihnen eine Email mit weiteren Fragen zum Schiefer und die Verlegung geschickt. Leider kam diese als unzustellbar zurück.
    Hier meine Fragen:
    Welchen Schiefer haben Sie genommen ?
    Welche Maße ?
    Wie war die Beschaffenheit der Fliesen ? Vor allem die Unterseite ?
    Haben sich die Fliesen Komplett gelöst ? Oder nur einzelne Schichten ?

    Beschreiben Sie mir bitte wie Sie verlegt haben, insbesondere wie Sie den Mörtel angerührt haben ?

    Ich freue mich auf Ihre Antworten.

    Gruß

    Simon Kobel

    Kommentar von Simon Kobel am 11. September 2007 um 09:46

  3. Hallo,

    wir haben auf unserer Terrasse vor einigen Jahren Schieferplatten auf Estrich verlegen lassen.
    Im überdachten Terrassenbereich sind die Platten sowie die Fugen noch einwandfrei und sauber.
    Im nicht überdachten Bereich bricht sukzessive das Fugenmaterial heraus.
    Wie soll ich die Terrasse am besten sanieren ?
    Fugen ausfräsen und neu verfugen ?
    Falls ja, womit ? Ist auch harzhaltiges Fugenmaterial geeignet ?

    Mit freundlichen Grüßen

    Jörg Zaunbrecher

    Kommentar von Jörg Zaunbrecher am 10. Februar 2009 um 18:14

  4. Hallo Herr Zaunbrecher,
    ich würde Ihnen empfehlen hierzu die Experten von PCI-Augsburg anzusprechen. Die wissen selbst am besten, welches Ihrer Produkte hierfür geeignet ist und werden Ihnen sicherlich auch sagen, wie es am besten anzuwenden ist.
    Sie finden das im Internet, wenn Sie einfach PCI in Google eintippen!

    Kommentar von Oliver Hönig am 17. Februar 2009 um 08:27

  5. Also, so einen Schrott habe ich noch nie gelesen !!!!!!!!!!!!! Schiefer…Umwandlungsgestein…aus Sedimenten..vor 400 Mill. Jahren usw. Klar kann Schiefer auch aus Sedimenten enstanden sein aber in der Regel ebend nicht !!! Schiefer entstand dort, wo sich sich die Erdkruste aneinander gerieben hat und ist das Ergebnis hohen Drucks !!! An den Auslaufzonen, wo die Hitze nicht mehr so gross war wurde das Gestein nicht mehr kristalin. Es entstand der Schiefer.Und der Schiefer aus Norwegen kommt nur im seltensten Fall aus Alta |!!!!!!!!!!!!!! Schiefer gibt es hier ueberall und fast jede Hof ist hier mit Schiefer gepflastert !!!! Ich wohne in Oslo !!!!!

    Kommentar von Dimo Beinhoff am 25. Oktober 2009 um 05:08

  6. Liebe Schieferfreunde,
    ich sammle auf meinen Reisen Steine und Schiefer; auch von Norwegen. In diesem Jahr brachte ich von der Westküste Portugals, südl. von Lissabon, bunten Schiefer mit. Solch eine Farbenpracht und Muster hatte ich noch nie gesehen. Leider splittern sie bei derkleinsten Berührung. Bis jetzt habe ich sie in Klarsichtfolie aus der Küche eingepackt. Ich möchte natürlich diesen Stein erhalten und frage an, welchen Kleber oder welche Maßnahme ich hierzu treffen kann. Für Antwort und Tipps wäre ich Ihnen dankbar. Mit freundlichen Grüßen wih

    Kommentar von Hohmann Wilma am 20. Oktober 2011 um 16:10

  7. Liebe Frau Homann,

    vielen Dank für Ihre Nachricht. Eine “Ferndiagnose” auf Ihre sehr spezielle Frage ist leider nicht möglich. Wir können zwar sehr detailliert Auskunft zu den Natursteinen unseres Sortiments geben, doch in diesem Fall kann ich Ihnen nur empfehlen, sich an einen Mineralogen zu wenden.

    Herzliche Grüße und auch weiterhin viel Spaß beim Steine sammeln.

    Kommentar von Patrick am 21. Oktober 2011 um 14:22

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