Travertin 11. September 2007

Travertin, Antikmarmor

Eine neue Woche, ein neues Thema.

In den letzten Tagen habe ich mich mit dem Thema Travertin beschäftigt. Unser umfangreiches Sortiment an Travertin-Fliesen und -Platten finden Sie in unserem Online-Shop.
Travertin ist ein lang bekannter und hochgeschätzter Naturstein. Schon im alten Rom kam er zum Einsatz, u.a. beim Bau der Außenmauer des Kolosseums.

Kolosseum Rom

Lesen Sie hier, warum Travertin auch Antikmarmor genannt wird, Tipps zur Verlegung und was eigentlich getrommelte Kanten sind…

Travertin überzeugt als Baustoff durch seine geringe Dichte (2,0 – 2,5 g/cm3), was das Bauen von großen Bauwerken ermöglicht. Bedingt durch die Art wie Travertin entsteht, ist das Gestein auch ein sehr guter Wärmespeicher und wird gerne für den Einbau von Fußbodenheizungen genutzt. Im Stein sind viele kleine Hohlräume eingeschlossen, die als Wärmespeicher dienen und den Wärmefluss steuern. Travertin überzeugt auch als Bodenplatten im Außen- und Innenbereich oder als Fußboden- und Wandfliesen. Kacheln sie ganze Duschen mit Travertin oder lassen sie sich ihr Waschbecken individuell als Travertin gestalten. Durch die jedem Travertin eigene Textur sieht der Stein in jedem Umfeld edel aus.

Wenn sie mehr zur Entstehung und zur Verwendung von Travertin erfahren möchten, empfehle ich ihnen meinen ausführlichen Beitrag im Wissensbereich zu Travertin.

Manchen Leuten ist Travertin vielleicht auch unter dem Begriff Antikmarmor vertraut, aber der bedeutet nicht exakt dasselbe. Was ist Antikmarmor und woher kommt der Begriff? Woher der Name Antikmarmor kommt bzw. wer ihn eingeführt hat, konnte ich leider nicht herausfinden. Was Antikmarmor ist, werde ich ihnen aber berichten.
Der Begriff Antikmarmor beschreibt kein Gestein im eigentlichen Sinne, sondern bestimmte Verarbeitungsarten. Diese werden bei Travertin-, Kalkstein- und Marmor-Produkte angewendet, die auf ein antikes Aussehen getrimmt werden sollen. Dazu werden die Oberfläche von Steinplatten und -fliesen mechanisch bearbeitet, so dass die Oberfläche rauer wird und die Kanten abgerundet ja sogar abgeschlagen wirken. Man kann die Verarbeitung in etwa mit der künstlichen Alterung von Jeans vergleichen. Insbesondere das Stone-washed Verfahren, bei der die Jeans in großen Trommeln unter Zugabe von Steinen gewaschen werden, kommt der Bearbeitung von Antikmarmor Produkten sehr nahe.
Drei wesentliche Verfahren will ich hier exemplarische Vorstellen.

Travertin_Gemeiselte_Kante

Zum einen wäre da die Bearbeitungsart Gemeiselt und Gebürstet (engl. chiselled and brushed). Hierbei werden die Kanten der Platten maschinell abgebrochen oder abgeschlagen. Anschließend werden die Platten mit Bürsten angeraut. Das Endbild kommt einer viel benutzten Bodenplatte sehr nahe.

Travertin_Getrommelte_Kante

Bei einer anderen Verfahren werden Platten mit Gesteinsbruchstücken in große Trommeln platziert. Bei dem Prozess des Trommelns werden durch das Herumschleudern der Gesteinsbruchstücke Ecken aus der Oberfläche und den Kanten herausgeschlagen. Es wird ein Zufallsmuster erzeugt, das einer Jahrelange Benutzung gleich kommt. Die Bearbeitungsart wird Getrommelt (engl. tumbled) genannt.

Travertin_Abgerundete_Kante

Bei der dritten Art werden die Kanten und Ecken der Platten rund geschliffen. Durch unterschiedlich starke Abrundungen wird eine Art zufällige Abnutzung erzeugt. Im Englischen wird diese Bearbeitung auch cusioned edge (kissenförmig) genannt, weil im Plattenverbund es aussieht, als ob Kissen aneinander gelegt wurden.

Vorteil von Travertinen in den oben genannten Bearbeitungsarten sind z.B. rutschfest Oberflächen.

Travertin ist ein sehr pflegeleichter Naturstein. Einzig sollte darauf geachtet werden, dass keine sauren Substanzen auf dem Stein kommen bzw. keine Säurehaltigen Pflegemittel benutzt werden. Dies kann das Gestein anlösen. Im Nassbereich und an regelmäßig genutzten Ort mit Gefahr von Fleckenbildung kann eine Imprägnierung des Steines sinnvoll sein (z.B. mit Lithofin MN Flekstop). Bei so intensiv genutzten Objekten wie Waschbecken ist eine Versieglung eigentlich Pflicht. Auch sollte die Versiegelung, je nach Nutzung, in bestimmten Abständen erneuert werden.

Bei der Verlegung von Travertin ist unbedingt darauf zu achten, dass Natursteinmörtel benutzt wird. Auch darf der Zementschleier nicht mit üblichen Entfernern abgewaschen werden, da diese säurehaltig sind. Bitte nur mit reichlich Wasser abwaschen. Wir empfehlen folgende Produkte (Innenbereich):

Mörtel
Tubag / Quick-Mix (auch für Fußbodenheizung geeignet)
TNM-Flex Trass-Natursteinmörtel Flex Mittelbett (bis 15 mm) in naturweiß
TNM-Vario Trass-Natursteinmörtel Vario FX Mittelbett (5 bis 40 mm) in naturweiß und hellgrau

Fugenmörtel
TNF-s Trass-Naturstein-Fugenmörtel Flex schmal (Fugenbreite 2 bis 7 mm), in verschiedenen Farben erhältlich: grau, hellgrau, weiß, beige, anthrazit
TNF-b Trass-Naturstein-Fugenmörtel Flex breit (für breite Fugen bis 15 mm), nur in grau erhältlich. Dient vor allem zur Verlegung von Polygonalplatten, da hier breite Fugen zu erwarten sind.

Dünnbettmörtel (bis 5mm)
TND Trass-Natursteinkleber Flex Dünnbett, nur für kalibrierte fliesen 30*30 cm geeignet.


Tags:

Neue Blog-Beiträge per RSS abbonieren: Beiträge (RSS)
Erhalten Sie neue Kommentare per RSS: RSS 2.0



Kommentare

15 Kommentare

  1. Hallo,

    wie wird den der Travertin verfugt. Beim flächigen zuschlämmen werden ja alle Poren geschlossen und der schöne Charakter ist nicht mehr da?

    Gruß Martin

    Kommentar von martin am 25. Februar 2008 um 21:00

  2. hallo,

    da travertin meist auf dem boden verlegt wird, füllen sich die poren im laufe der zeit sowieso mit dreck =)

    ich verfug travertin mit naturstein fugenbreit von pci. dabei schlemme ich den ganzen boden mit den poren ein, das ergibt ein geschlossenes gesamtbild vom boden. von dem travertin-flair geht nichts verloren, die charakter bleibt erhalten.

    gruß thomas

    Kommentar von thomas am 20. März 2008 um 21:21

  3. Hallo,

    wir möchten den Travertin auf dem Boden ganz natürlich verlegen und die Löcher erhalten. Muss denn unbedingt verfugt werden (Innenbereich – Wintergarten) oder kann man die Platten nicht einfach ganz dicht in ein Mörtelbett verlegen? Unser Fliesenleger kennt Travertin leider nicht…

    Gruß Uschi

    Kommentar von Uschi am 26. März 2008 um 16:46

  4. hallo,
    dieser schöne travertin ob ich auch für unsere hauses aussere bereich verwenden, ob da löcher von stein probleme geben??
    danke voraus
    taylan

    Kommentar von taylan am 28. Juli 2008 um 20:38

  5. Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich habe ihren Beitrag über Travertin gelesen. Wir haben vor einen ungarischen Travertin (aus Üröm / Budalasz) zur Verkleidung im Aussenbereich an eine Betonsteinmauer anzubringen.

    Haben Sie Erfahrungen über diesen Stein aus Üröm?

    Können Sie uns einen Mörtel empfehlen, mit welchen wir diesen Travertin an eine Betonstein (im Aussenbereich) anbringen können?

    Im Voraus besten Dank für ihre Informationen.
    Konrad Kick

    Kommentar von Konrad Kick am 15. Juni 2009 um 11:25

  6. Hallo Herr Kick,
    danke für Ihren Kommentar. Leider haben wir mit diesem Stein aus Ungarn keine Erfahrung. Unsere Travertine kommen aus Italien und aus der Türkei. Bezüglich Mörtel für Verklebung an der Wand empfehle ich Ihnen im regulären Baustoffhandel ein Produkt von PCI, Deitermann etc. heraus zu suchen. Die Berater dort können weiter helfen, da es sich um eine übliche Anwendung handelt.

    Kommentar von Oliver Hönig am 16. Juni 2009 um 14:20

  7. Hallo,

    können Sie mir bitte Sie ob man im Außenbereich die Travertinplatten ebenfalls mit Trockenbeton verfugen kann. Der Gärtner meinte, dass dann kein Unkraut mehr durchkommt. Ich bin mir aber unsicher ob das für die Frosthärte des Steines gut ist.

    Viele Grüße Ingrid

    Kommentar von Ingrid am 2. September 2009 um 16:30

  8. Hallo,

    ich habe eine neue Travertinterrasse. Nun lag Laub und insbesondere Ahornsamen (die wie kleine Rotorblätter aussehen) für 1-2 Wochen auf der Terrasse. Sie hinterlassen, nachdem sie nass geworden sind, sehr häßliche Flecken. Es sieht aus, als habe man Zigaretten auf demStein ausgedrückt. Mit bloßem Schrubben gehen sie nicht weg ? Was kann ich tun ? Vielen Dank für Ihre Hilfe !

    MfG Peter

    Kommentar von Peter am 18. November 2009 um 22:18

  9. Hallo Peter,

    wir von jonastone empfehlen unseren Kunden die Natursteine zu imprägnieren, welches den Stein vor Flecken schützt, bzw. ein einfacheres entfernen von Flecken ermöglicht. Für die Reinigung empfiehlt die Firma http://www.Lithofin.de den “Außenreiniger”. Aber, die Außentemperatur sollte 10-15 Grad betragen. Für die Imprägnierung können Sie den Fleckstop”W” nehmen.
    Was wir auf gar keinen Fall empfehlen ist der doch so beliebte Hochdruckreiniger. Alle Angaben ohne Gewähr.
    Mit freundlichen Grüßen
    jonsastone

    Kommentar von Simon Kobel am 19. November 2009 um 09:46

  10. Sehrgeehrte Damen und Herren..

    Wir möchten Travrtin auf unserer Terasse in Spanien verlegen lassen.
    Die Platten sind 30×60 x3
    Welchen Kleber können sie uns emfehlen. die Verlegestärkeist min.1cm

    Kommentar von Ronny Seifert am 3. Mai 2010 um 14:04

  11. Hallo,

    Sie können die Platen in einen hellen Natursteinkleber verlegen, wenn Sie in einer Frost freien Gegend leben. Wählen Sie einen Markenherstellere wie z.B. PCI / Deitermann / Sopro ……

    Herzliche Grüße

    jonastone

    Kommentar von Simon Kobel am 5. Mai 2010 um 07:33

  12. Von wem stammt der Beitrag über Travertin- Name, Vorname?
    Ich muss in meiner Arbeit über Travertin die Autoren benennen:
    Danke!

    Kommentar von Hofmann, Kerstin am 16. August 2011 um 11:15

  13. Hallo,
    bei uns wurde ein Travertinboden verlegt in ein Gemisch aus Sand und Schnellkleber wegen der zum Teil beträchtlichen auszugleichenden Höhenunterschiede (30-5mm). Die Frage ist nun: wieviel Trocknungszeit sollten wir verstreichen lassen, bevor wir den Boden reinigen und imprägnieren?
    Vielen Dank!

    Kommentar von Sabine am 19. März 2012 um 10:31

  14. Hallo,
    der Travertin soll auf eine verglaste (Dach + Seitenwände) Terrasse auf Estrich (darunter Beton) verlegt werden. Kann darauf im Natursteinmörtel verlegt werden oder wird er verklebt? Benötigen wir trotz Verglasung noch eine Drainagematte?
    Vielen Dank!
    MfG Susanne

    Kommentar von Susanne Göhring am 22. April 2014 um 10:53

  15. Hallo Frau Göhring,

    wir würden empfehlen, die Platten schwimmend auf Splitt zu verlgen und eine Drainagematte zu verwenden, weil das die sicherste Lösung ist. Schließlich ist die Terrasse doch auf einer Seite offen. Allerdings ist es immer schwierig, solche Aussagen pauschal und aus der Entfernung heraus zu treffen. Am besten wäre es, Sie ziehen einen Handwerker vor Ort zurate, der sich das ganze genauer ansehen kann.

    Halten Sie uns auf dem Laufenden.
    Viele Grüße aus Mannheim!
    Rozana Kisev | jonastone

    Kommentar von Rozana Kisev am 24. April 2014 um 08:31

Mit Ihrem Kommentar auf gewähren Sie eine unbefristete Lizenz, Ihre Worte und Ihren Namen auf der Web-Site honorarfrei zu reproduzieren. Unangemessene oder irrelevante Bemerkungen werden nach eigenem Ermessen entfernt. Ihre eMail wird zum Zwecke der Überprüfung verwendet, aber auf keinen Fall veröffentlicht.