Ein Meer aus Steinen
Während ich den Lexikoneintrag zu Granit erstellt habe, sind bei mir Erinnerungen an einen Schulausflug hochgekommen. Der Ausflug führte zum Felsenmeer im Lautertal Odenwald, welches ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Kinder und Schulklassen in der Umgebung ist.
Das Felsenmeer besteht aus mehreren, Hang abwärts führenden Rinnen, die mit tausenden mehrere Meter großen Steinblöcken gefüllt sind. Die Steinblöcke sind alle stark abgerundet und liegen wie wahllos aufeinander geschichtet herum. In den Rinnen lässt es sich sehr gut klettern als Kind.
Wie kann ein solches Gebilde entstehen?
Im Erdaltertum bildete sich tief in der Erdkruste unter dem heutigen Odenwald ein Gesteinskörper. Der Gesteinskörper entstand durch die Abkühlung einer aus der Unterkruste heraufsteigenden Gesteinsschmelze. Bei der Abkühlung schrumpfte der Gesteinskörper und bekam viele Risse. Die Risse verbanden sich zu einem Netzwerk.
Mit der Zeit sind die über dem Gesteinskörper liegenden Gesteine abgetragen worden, bis schließlich der Körper an der Oberfläche erschien. Zu diesem Zeitpunkt setzte die Verwitterung des Gesteinskörpers ein. Entlang der Risse drang Wasser ins Gestein ein und vergrößerte mit der Zeit die Risse. Es entstand ein relativ loser Verbund von Gesteinsblöcken.
Während der letzten Eiszeit kam es durch eindringendes Wasser zu Frostsprengung. Mit der Zeit wurden dabei die Kanten und Ecken der einzelnen Gesteinsblöcke immer weiter abgerundet, bis schließlich die Blöcke kaum mehr Kontakt zu ihren Nachbarn hatten.
Nach der letzten Eiszeit sind die abgerundeten Blöcke dann entlang der Talflanken hinunter gerutscht und haben sich in Tiefenrinnen gesammelt. Es entstanden die heute zu beobachten Felsenmeere.
Mehrere der Tiefenrinnen wurden früher als Steinbrüche genutzt, u.a. von den Römern im 2. bis 4. Jahrhundert. Davon Zeugnis legen die nur teilweise bearbeiteten Werkstücke ab, die noch in und neben den Rinnen zu finden sind.
Granit war schon immer ein sehr beliebter Rohstoff. Seine Härte und seine Robustheit überzeugten schon früh die Baumeister und Steinmetze. Gerne wurde Granit als Mühlstein verwendet. Seine Härte machte den Stein gleichzeitig sehr verschleißfest aber auch mühsam in der Bearbeitung. Heutzutage vereinfachen verbesserte Produktionsmethoden und der Einsatz von Maschinen deutlich den Abbau und die Verarbeitung.
Granit ist ein universell einsetzbarer Rohstoff. Es gibt kaum eine Natursteinanwendung, die nicht mit Granit realisierbar ist, sogar etwas so Spezielles wie Essteller aus Granit lassen sich herstellen. Einen kleinen Eindruck, was man alles aus Granit herstellen kann und wozu man ihn verwendet, finden sie im Lexikon.
Die universelle Einsetzbarkeit verdankt der Granit seinen guten technischen Eigenschaften. Granit ist sehr hart und abriebsfest; er ist frostbeständig und wetterfest und damit problemlos im Außenbereich einsetzbar. Granit lässt ich sich in jeder beliebige Form bringen und kann mit den meisten Methoden der Oberflächenveredelung bearbeitet werden. Granit, insbesondere im geschliffenen und polierten Zustand, lässt sich sehr leicht pflegen. Einfach regelmäßig nass wischen und Flecken zügig entfernen, und sie haben ein Leben lang Freunde an ihrem Naturstein. Imprägnieren und Versiegeln ist im Allgemeinen nicht notwendig.
Die Verlegung von Granit erfolgt ähnlich wie bei anderen Natursteinen. Zu beachten ist bei Granit, dass nur mit ausgewiesenen Natursteinmörteln verlegt wird. Achten sie unbedingt darauf, dass sie nur Eisen und Pyrit freie Sande und Splitte verwenden. Im Außenbereich muss eine gute Drainage vorhanden sein, die das Oberflächenwasser abführt. Werden diese Punkte nicht berücksichtigt, besteht die Gefahr von Verfärbungen und die Bildung von Rost. Insbesondere sehr gelbe Granite sind empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen.


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Kommentare
5 Kommentare
Die Erklärung die ich als Kind bekam, zwei Riesen hätten sich dort gestritten und einander mit Steinen beworfen, finde ich irgendwie romantischer.
Im Ernst: Super. Jetzt weiß ich endlich, wieso es dort so aussieht wie es aussieht.
Erinnerungen aus meiner Schulzeit in Bensheim/Bergstarsse werden bei diesem Foto wach. Es stimmt, auch unser Erdkundelehrer hat uns ins Felsenmeer geschickt, eine beeindruckende Landschaft
Naturgewalt. Interessant…
Ein Meer für die Ewigkeit.
Hallo,
oft gehen Schulklassen dort hin. Die Kinder sind dann immer begeistert. Bei mir war das auch so……
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