Von Burgen und Schlössern
Hier im Südwesten von Deutschland gibt es zahlreiche mittelalterliche Burgen und Schlösser. Vor allem in der Pfalz wurden diese Burgen aus dem regional vorhandenen roten Sandstein erbaut. Vielfach wurden sie direkt auf einen Sandsteinfelsen erbaut und teilweise auch in den Felsen hinein erweitert. Die bekannteste Burg ist der Trifels über Annweiler, welcher im 12. und 13. Jahrhundert zeitweise als Schatzkammer des Reiches und als Aufbewahrungsort für die Reichskleinodien (Kaiserkrone, Reichskreuz und Schwert) gedient hat. Viele der Burgen eignen sich insbesondere zur Herbstzeit als Ausflugs- und Wanderziel.
Der Grund warum Sandstein für den Bau der Burgen zum Einsatz kam, lag nicht allein im regionalen Vorkommen des Gesteins sondern auch in der hohen Härte und der gleichzeitig einfache Verarbeitbarkeit. Mit einer durchschnittlichen Dichte von 2,5 g/cm3 gehört Sandstein auch zu den leichteren Gesteinen, was für den damaligen Transport nicht unerheblich war.
Auch heute ist Sandstein ein sehr beliebter Naturstein. Das Gestein überzeugt nicht nur durch seine technischen Eigenschaften, sondern auch durch seine warmen, herbstlichen Farben. Sandstein wird gerne als Bodenplatten und Fliesen in Gebäuden verwendet, die ein altes Aussehen erhalten sollen, bzw. zur originalgetreuen Restaurierung alter Gebäude. Aber auch in modernen Gebäuden und Gärten überzeugt Sandstein durch seine positiven Eigenschaften. Wenn sie mehr zu den Anwendungsmöglichkeiten von Sandstein und den technischen Eigenschaften von Sandstein erfahren wollen, lesen sie doch den Lexikonbeitrag zu Sandstein auf unserer Website.
Sandstein ist sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich geeignet. Das Gestein ist frostbeständig, darf aber im Winter nicht mit Salz bestreut werden; Sandstein ist nicht Tausalzbeständig. Sandstein ist ein saugfähiges Gestein, das Risiko, dass sich Flecken bilden ist höher als bei anderen Gesteinen. Daher empfehlen wir Sandstein für den Innenbereich zu imprägnieren. In unserer Testreihe „Müssen Natursteine imprägniert werden?“ lassen sich sehr gut die Vorteile von Imprägnieren von Sandstein erkennen. Im Außenbereich ist Imprägnieren weniger sinnvoll, da durch die äußeren Einflüsse die Imprägnierung deutlich schneller nachläst.
Sandstein wird besonders im Außenbereich gerne in gespaltener Form verbaut. Da das Spalten ein natürlicher Vorgang ist, entstehen zwangsläufig Dickendifferenzen. Daher sollte Sandstein immer im Mittel- oder im Dickbett verlegt werden. Bei der Mittel- bzw. Dickbettverlegung werden eventuelle Dickendifferenzen des Steins durch den Kleber/Mörtel ausgeglichen.
Als Mörtel sollte immer ein ausgewiesener Natursteinmörtel verwendet werden, sonst kann es zu Schäden an den Steinen kommen. Im Außenbereich ist zudem darauf zu achten, dass eine ausreichende Drainage vorhanden ist, um das Oberflächenwasser abzuleiten.
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