Basalt 29. Oktober 2007

Wie stabil ist eigentlich Naturstein?

Vielleicht gehören auch sie zu den Personen, die demnächst ihr Wohnzimmer neu fliesen wollen oder ihre Terrasse neu gestalten möchten. Sie haben sich für Naturstein entschieden, wissen aber nicht wie dick die Fliesen oder Platten sein müssen, oder ob sie überhaupt für die Verlegung geeignet sind.

Jeder kennt das Sprichwort „Hart wie Stein“, aber wie stabil ist Naturstein wirklich?
Um einmal zu verdeutlichen wie fest Naturstein ist, haben wir eine Granitplatte für den Außenbereich (30×60×3 cm) an den Ecken unterlegt und haben diese mit einem unserer Mitarbeiter belastet. Selbst durch wiederholtes Springen zeigt die Platte keinerlei Beanspruchung, sie biegt sich nicht durch oder gerät gar in Schwingungen.

Sprungtest Granitplatte

Sprungtest auf einer Granitplatte (30×60×3 cm)

Solange sie ihre Natursteinfliesen und Natursteinplatten fachgerecht verlegen oder durch einen Fachmann verlegen lassen, besteht keine Gefahr, dass die Bodenplatten durch normale mechanische Beanspruchung beschädigt werden. Sie sollten natürlich nicht einen Elefanten über ihre Fliesen laufen lassen, aber über gut verlegte Platten wäre das kein Problem.
Als Richtwerte können sie Stärken von 1 – 1,2 cm für Fliesen im Innenbereich nehmen, für Platten im Außenbereich nimmt man in der Regel 3 cm und für befahrene Flächen sollten es mindestens 7 cm sein.

Wichtig für jede Verlegung von Natursteinen ist der richtige Unterbau. Dabei sind sowohl der Aufbau des Unterbaues als auch die verwendeten Materialien von entscheidender Bedeutung. Egal ob im Innen- oder Außenbereich wenn man Naturstein in Mörtel legen will, muss ein zum Stein passender Natursteinmörtel verwendet werden. Ansonsten kann es zu Kalkausblühungen des Zementes kommen oder zu Verfärbungen des Steins.
Im Innenbereich verlegt man Natursteinfliesen vorwiegend im Dünnbettverfahren, besonders wenn sie kalibriert sind (genormte Größen). Gespaltene Natursteinfliesen können nicht im Dünnbettverfahren verlegt werden, da sie zu ungleichmäßig sind; meistens werden sie im Mittelbettverfahren verlegt, d.h. in eine dickere Mörtelschicht, um die Unebenheiten ausgleichen zu können. Im Außenbereich und bei Polygonalplatten setzt man in der Regel das Dickbettverfahren ein, da hier die Toleranzen der Platten einfach zu groß sind, als dass eine ebene Oberfläche erreicht werden kann.
Für den Außenbereich sind auch die richtigen Einbettungsmittel entscheidend. Es darf kein freies Eisen und Mangan im Splitt und Sand sein. Diese Elemente können sonst durch Oberflächenwasser aus dem Unterbau mobilisiert werden und sich als unschöne Flecken auf der Oberfläche der Steine ablagern. Für das Oberflächenwasser muss auch eine ausreichende Drainage bereitgestellt werden, bei Terrassen am besten mit 1-2° Gefälle weg vom Haus.

Alternativ zur Verlegung in Mörtel können Fliesen und Platten auch auf Stelzlager verlegt werden. Stelzlager sind genormte Bauteile, meist aus Plastik, auf die die Ecken der Bodenplatten gelegt werden. Bei hochqualitativen Stelzlagern können zudem alle aufliegenden Bodenplatten individuell in der Höhe justiert werden. Diese Bauteile haben natürlich ihren Preis. Günstiger ist die Verlegung auf Mörtelsäckchen. Mörtelsäckchen sind mit Mörtel oder Zement verfüllt Plastik-/Gefrierbeutel, auf die die Ecken der Bodenplatten gelegt werden. Die Bodenplatten werden auf den noch weichen Säckchen angeklopft, so dass ein Teil des Mörtels in den Fugenraum quillt. Nach dem Aushärten des Mörtels hat man eine sehr stabile Unterkonstruktion. Die Verlegung auf Stelzlager und Mörtelsäckchen hat gegenüber der normalen Verlegung in Mörtel einige Vorteile. Die Gesamtkonstruktion ist deutlich leichter, weswegen dieses Konstruktionsprinzip gerne auf Dächern eingesetzt wird. Auch ist die Durchlüftung besser und zwischen den Fugen kann das Oberflächenwasser sehr schnell ablaufen. Unter den Platten können sehr einfach und gut zugänglich Kable und Leitungen verlegt werden, wohingegen Pflanzen und Ameisen keine Chance haben zu gedeihen.

Die Pflege von Naturstein gehört zu den Vorzügen dieser Produkte, da sie sich sehr einfach gestaltet. Einzig die Pflege von Kalksteinen bedarf einer erhöhten Sorgfalt. Kalksteine sind leicht säureempfindlich und dürfen deshalb nur mit neutralen Reinigungsmitteln gepflegt werden. Generell sollte man alle Natursteine nur mit neutralen Pflegemittel behandeln; besonders bei polierten Natursteinen kann sonst mit der Zeit die Politur nachlassen. Meistens reicht es den Naturstein im Innenbereich regelmäßig feucht zu wischen und in größeren Zeitabständen dem Wischwasser Steinpflegmittel beizugeben. Bei saugfähigen Steinen wie Sandstein ist eine Imprägnierung empfehlenswert. Diese muss in gleichmäßigen Abständen (im Bad ca. einmal im Jahr) erneuert werden. Eine Imprägnierung erschwert das Eindringen von Flüssigkeiten und Schmutz in den Stein und verringert so die Verschmutzungsgefahr.
Im Außenbereich bedarf Naturstein eigentlich keiner Pflege. Sollte sich nach Jahren eine Moos- und Flechtenschicht auf dem Stein gebildet haben, kann dieser Belag mit Hilfe eines Hochdruckreinigers und Bürsten vorsichtig entfernt werden. Bei gespaltenen Natursteinen gilt dabei besondere Vorsicht zu walten, da sonst eventuell einzelne Schichten abgelöst werden können.

Was sie schon immer über Naturstein wissen wollten und Ratschläge für die richtige Auswahl eines für ihr Projekt passenden Gesteins finden sie bei uns auf der Internetseite.

Neue Blog-Beiträge per RSS abbonieren: Beiträge (RSS)
Erhalten Sie neue Kommentare per RSS: RSS 2.0



Kommentare

Keine Kommentare. Wer möchte, kann gern einen Kommentar zum Artikel schreiben.

Mit Ihrem Kommentar auf natursteine-blog.de gewähren Sie eine unbefristete Lizenz, Ihre Worte und Ihren Namen auf der Web-Site honorarfrei zu reproduzieren. Unangemessene oder irrelevante Bemerkungen werden nach eigenem Ermessen entfernt. Ihre eMail wird zum Zwecke der Überprüfung verwendet, aber auf keinen Fall veröffentlicht.