Granit 14. November 2007

Typische Schadensfälle mit Natursteinen – Tipps für deren Vermeidung

Kundenbeispiele von Schadensfällen

Ursachen für Verfärbungen an Natursteinen

Tipps zur Vermeidung von Verfärbungen an Natursteinen

Weitere Ursachen für Verfärbungen und Schäden an Natursteinen

Die häufigste Schadensursache an Natursteinen sind Verfärbungen. Verfärbungen können sehr unterschiedliche Ursachen haben, in den meisten Fällen werden sie aber nicht durch den Naturstein selbst verursacht, sondern haben andere Ursachen. In nachfolgender Zeichnung werden vereinfacht die wichtigsten Ursachen von Verfärbungen an Natursteinen gezeigt. Genaue Erklärungen zu den Ursachen der Verfärbungen und Tipps zu deren Vermeidung finden sie in den jeweiligen Kapiteln.

 
  Ursachen für Verfärbungen an Naturstein


Verfärbungen an Natursteinen

A. durch Substanzen aus dem Bettungs- und Fugenmaterial
->
Schutz durch Wahl zertifizierter Baumaterialien

B. durch Schmutzauftrag von Oben
-> Teilschutz durch Imprägnierung

C. durch im Naturstein enthaltene Minerale
-> kein Schutz möglich, tritt aber nur selten auf

Kundenbeispiele von Schadensfällen

An Hand von zwei Beispielen wollen wir typische Schadensfälle und deren Schadensursachen beschreiben.

Beispiel 1
In diesem Fall wiesen Terrassenplatten aus Granit Yellow Rusty zwei verschiedene Arten von Flecken auf, schwarzblaue bis dunkelviolette und rotbraune Flecken. Die blau-violetten Flecken enthielten Reste von organischem Material und konnten sehr schnell als Vogelkot bzw. als von Vögeln über der Terrasse verlorenen Teile von Beeren und Früchte ausgemacht werden. Die rotbraunen Flecken wurden als Rost bestimmt, wobei unklar war, woher der Rost kam. Um die Quelle des Rosts zu ermitteln, wurden Proben von den Granitplatten und dem Bettungsmaterial, ein Kies aus dem Oberrheingebiet, genommen und für eine genaue Analyse in ein Labor geschickt. Der Granit konnte durch eine mineralogische Untersuchung als Quelle für den Rost ausgeschlossen werden. Der Kies hingegen wies schon mit bloßem Auge erkennbare Eisenminerale auf, viele der Kiesel hatten zudem sichtbare Rostflecken. Das Labor kam zur Schlussfolgerung, dass sich durch Staunässe aus dem Kies Eisen gelöst hat. Durch Verdunstung wurde das Eisen durch die Granitplatten und die Fugen nach oben transportiert und an den Oberflächen der Platten als Rost abgelagert. Zur Behebung des Schadens wurde dem Kunden vorgeschlagen, dass Bettungsmaterial komplett auszuwechseln und anschließend eine Grundreinigung der Platten durchzuführen.

Beispiel 2
Auch im zweiten Fall kam es zur Bildung von bräunlichen Verfärbungen auf Platten aus Granit Yellow Rusty, hier auf einer Garageneinfahrt verlegt. Durch Laboruntersuchung wurde festgestellt, dass es sich bei den braunen Verfärbungen um dünne Mangankrusten handelt. Um die Quelle des Mangans zu ermitteln, wurden sowohl Proben vom Granit als auch vom Bettungsmaterial, ein weißer Quarzit, und vom Fugenmaterial, ein schwarzer Splitt, auf die Möglichkeit hin untersucht, dass sich aus diesen das Mangan gelöst hat. Der weiße Quarzit konnte sowohl optisch als auch durch Laborergebnisse zügig als Quelle ausgeschlossen werden. In weiteren Laboruntersuchungen wurde auch der Granit als Manganlieferant ausgeschlossen, da im Granit kein Mangan enthalten war. Übrig blieb nur das schwarze Fugenmaterial; dieses konnte in einem Test teilweise in Wasser gelöst werden und bildete eine schwachdunkle Verfärbung im Reagenzglas. Das Labor kam zur Schlussfolgerung, dass derselbe Prozess in größerem Maßstab auf der verlegten Fläche stattgefunden hat.

Ursachen für Verfärbungen an Natursteinen

Allgemein lässt sich sagen, dass die Ursachen für Verfärbungen an Natursteinen nur selten in den Natursteinen selbst zu suchen sind, und dass in den meisten Fällen bei der Planung und/oder der Durchführung der Verlegearbeiten Fehler gemacht wurden. Die häufigsten Ursachen von Verfärbungen sind färbende Substanzen, die aus den verwendeten Baumaterialien heraus gewaschen werden, und Schmutz, der von oben auf die Natursteine aufgetragen wird.
A. Bei Baumaterialien sind vor allem Bettungsmaterial und Fugenmaterial kritisch. Aus qualitativ schlechten, nicht zertifizierten Kiesen/Sanden/Splitten können im Material enthaltene Eisenminerale und Manganverbindungen ausgewaschen werden. Diese Prozesse können schon während der Verlegung stattfinden oder erst nachträglich einsetzen; sie treten vor allem dann auf, wenn es in der Unterkonstruktion häufig zu Staunässe kommt. Die gelösten Stoffe gelangen anschließend mit Hilfe von Verdunstungsprozessen durch die Fugen und durch Poren/Kapillaren in den Natursteine an die Oberfläche der Natursteine und lagern sich dort als Verfärbungen ab.
B. Von oben droht Verschmutzung durch zahlreiche Materialien. Flugrost und andere Baustoffreste, die bei nachfolgenden Baumaßnahmen entstehen, können sehr schwierig zu entfernende Verfärbungen bilden. Eine weitere sehr wichtige Quelle für Verfärbungen sind Pflanzen; vor allem im Spätsommer und Herbst können Pflanzenteile durch das Herabfallen von Laub, Früchten und Beeren oder durch Kot von Vögeln und andere Tieren auf die Natursteine gelangen und bilden dort vielfarbige Flecken. Insbesondere flüssiger Schmutz kann durch Poren und Kapillaren tief in den Naturstein eindringen und ist von dort nur schwer zu entfernen.
C. Sehr selten ist die Ursache für Verfärbung bei im Naturstein enthaltenen, färbenden Mineralen zu suchen. Sollte dies der Fall sein, kann gegen die Verfärbung nichts getan werden. Wenn die Verfärbung als stören empfunden wird, muss notfalls der Belag ausgetauscht werden oder ein anderer Naturstein eingebaut werden.

Tipps zur Vermeidung von Verfärbungen an Natursteinen

Mit Ausnahme von Verfärbungen durch im Naturstein enthaltene Minerale lassen sich alle Arten von Verfärbungen vermeiden. Diese Ursache kann nur der qualifizierte Natursteinhändler durch richtige Auswahl der Blöcke ausschließen.

Umsichtige Planung der Verlegearbeiten und das schnelle Entfernen von Schmutz verhindert größtenteils das Auftreten von Verfärbungen.

Wichtige Punkte, die beachtet werden sollten:
Führen sie möglichst alle begleitenden Bauarbeiten vor der Verlegung der Natursteine durch. Sollten zu einem späteren Zeitpunkt weitere Baumassnahmen notwendig sein, decken sie die Natursteine vor Beginn der Arbeiten ab. Sollte dennoch Schmutz auf die Natursteine gelangen, entfernen sie diesen zügig. (Schadenstyp B)
Fragen sie beim Baustoffhändler/Baumarkt und ihrem Natursteinhändler nach, ob das gewählte Bettungs- und Fugenmaterial für die Verlegung des Natursteins geeignet ist. Verwenden sie Bettungsmaterial aus gebrochenem Mineralstoff; verwenden sie möglichst kein Flusssand/-kies, da bei diesen Materialien ein erhöhtes Risiko besteht, dass eisenhaltige Verunreinigungen und organische Komponenten im Baustoff enthalten sind. Diese Stoffe sind die Hauptverursacher von Verfärbungen! (Schadenstyp A)
Haben sie in unmittelbarer Nähe zur Natursteinfläche (Früchtetragende) Pflanzen, muss im Spätsommer/Herbst mit einer regelmäßigen Verschmutzung durch herhabfallendes Laub, Früchte und Beeren gerechnet werden. Die Pflanzenteile sollten zügig entfernt werden genauso wie der in diesen Jahreszeiten häufig auftretender Tierkot. Kehren sie den Schmutz im trockenen Zustand ab und spülen sie eventuell mit Wasser nach. Um das Eindringen des Schmutzes in den Naturstein zu verhindern, kann eine Imprägnierung des Belags in Erwägung gezogen werden. (Schadenstyp B)

Weitere Ursachen für Verfärbungen und Schäden an Natursteinen

Neben den bisher aufgeführten Verfärbungsursachen gibt es noch weitere Gründe warum Natursteine Verfärbungen aufweisen können. Diese Verfärbungen treten vor allem bei der Verlegung von Natursteinen in Mörtel und der Verfugung mit Silikon auf.
Sehr häufig kommt es während der Austrocknungsphase von in Mörtel verlegten Natursteinen zu hellen Verfärbungen im Bereich der Fugen. Diese werden meistens durch Ausblühungen von Kalk verursacht. Je nach verwendetem Mörtel und Sachkunde des Verlegers können die Ausblühungen stärker ausfallen oder gar nicht erst auftreten; es gibt aber keine 100%ige Garantie dafür, dass die Ausblühungen nicht entstehen. Auf jeden Fall sollte bei der Verlegung von Naturstein immer ein für den Naturstein ausgewiesener Natursteinmörtel verwendet werden. Fertig gemischte Natursteinmörtel enthalten Trass, Trass bindet den bei der Austrocknung des Mörtels entstehenden Kalk. Die alleinige Verwendung von Trasszementen kann Ausblühungen aber nur vermindern und nicht gänzlich verhindern. Erst die konstant gleiche Mischqualität von fertigen Natursteinmörteln und weitere, im Mörtel enthaltene Zuschlagstoffe gewähren den größtmöglichen Schutz vor Ausblühungen.
Kalkausblühungen können durch Kalkentferner und Zementschleierentferner relativ einfach entfernt werden. Vor der Entfernung ist aber zu prüfen, ob das Mittel den Stein angreift bzw. ob Maßnahmen vor dem Einsatz des Mittels getroffen werden müssen, wie z.B. das Wässern der Natursteine.
Insbesondere wenn Natursteine mit Silikonen verfugt werden, kann es zu Randzonenverfärbungen an den Natursteinen kommen. Dies wird durch organische Komponenten in den Silikonen verursacht, so genannte Weichmacher; es entsteht ein speckiger Rand in den Natursteinen. Dieser Effekt kann sehr einfach vermieden werden, indem nur für Naturstein ausgewiesene Naturstein-Silikone verwendet werden. Eine Reinigung derart verfärbter Natursteine ist nur mit einem hohen Aufwand möglich und steht in keinem Verhältnis zu den geringen Mehrkosten von Naturstein-Silikonen.

Neben Verfärbungen sind Schäden durch mechanische Zerstörung ein weiterer bedeutender Grund für Mängelansprüche bei Natursteinen.
Sehr gravierende Schäden entstehen durch Salzausblühungen. Bei diesem Vorgang werden Salze aus dem Unterbau (Mörtel, Estrich, Beton) und dem Untergrund (Boden) freigesetzt und in wässrigen Lösungen nach oben transportiert. Eine weitere Quelle für Salze sind falsch angewendete Reinigungs- und Pflegemittel, durch die Salze in die Natursteine eindringen. Durch die Salze können einerseits helle Ausblühungen an den Natursteinoberflächen entstehen oder schlimmer Kristalle in kleinen Poren und Mikrorissen des Natursteins gebildet werden. Wenn Letzteres passiert, ist die Gefahr groß, dass es durch das Auskristallisieren der Salze zu Rissen und Abplatzungen kommt, da die Salze beim Auskristallisieren ihr Volumen vergrößern und somit den Naturstein sprengen. Dies führt zu nicht widerherstellbaren Schäden an den Natursteinen. Ausblühungen an der Oberfläche können hingegen noch durch aufwendige Verfahren entfernt werden.

Bei der Durchführung von Verlegearbeiten, insbesondere im Außenbereich, muss auch auf die Einhaltung von Baunormen für Frostsicherheit, Drainage für Oberflächenwasser und Stabilität des Unterbaus geachtet werden, da es sonst zu Schäden an den Natursteinen kommen kann. Bei der Wahl des Natursteins ist wichtig, dass das jeweilige Gestein für die Anwendung geeignet ist; hier sollte der Natursteinhändler entsprechend Auskunft geben.


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Kommentare

6 Kommentare

  1. Kommentar 14.4.2008 von HUAes an “admin” betr. “Typische Schadensfälle mit Natursteinen – Tipps für deren Vermeidung”, von “administration”, vom 14. Nov. 2007:

    Ich erarbeite gerade eine Expertise über einen Quarzit Grossformat-Belag, EFH in Baselland, 300 Stück 70×70 cm Platten, 20 mm dick, auf 3 Geschossen. “Brown” Quarzit von Indien.
    Fast alle Platten weisen Verfärbungen auf. Der Verlegemörtel wurde nicht flächig verlegt, sondern pro Platte mit 9 etwa CD-grossen “Mörtelpatchen” aufgetragen. Diese jeweilen 9 Kreise sieht man auf der Oberfläche als Verfärbungen (heller als Ursprungsfarbe), trocken sofort etwa 47 Platten ( 15 %) und wenn feucht/nass gemacht auf praktisch allen Platten.
    Mit Lithofin und anderen Produkten wurde seit nach der Erstellung der Platten bis heute 3 mal versucht die Platten zu reinigen und wieder zu imprägnieren aber ohne jeden Erfolg. Zudem ist die Fleckenempfindlichkeit fast überall vorhanden, da keine einheitliche Imprägnierung erreicht wurde.
    Interessanter diesbezüglicher Test mit “Auflegen von Salamischeiben und Reinigungsversuche nach 30 bis 60 Minuten” praktisch unmöglich!
    Nun muss ich den Bericht (Parteigutachten, zusammen mit einem guten Anwalt für die Klägerin = Eigentümerin des EFH) noch fertig erstellen.

    Fazit ist für mich: alle Platten müssen raus und neue fachgerecht verlegen, inkl. richtige Imprägnierung aufbringen.

    mfg Hans-Ulrich Aeschlimann, Consulting Civil Engineer M.Sc. ETH SIA-STV-usic-WTA (Mitglied 6 AG’s)-TÜV zertifiziert & Gerichtgutachter, Prof. TS emerit. CH-4153 REINACH & 4153 Münchenstein.

    Weitere Angaben zu meiner Tätigkeit:
    Hans-Ulrich Aeschlimann

    Kommentar von Aeschlimann Hans-Ulrich am 14. April 2008 um 06:56

  2. wir haben letztes Jahr unsere Terrasse mit Granit auf Quarzsand über einer Betonplatte verlegen lassen.
    Seit Frühjahr haben wir auf den Fliesen grosse Wasserflecken und auch nach aufdecken einiger Platten, der Quarzsand war naß,und tagelanger Abtrocknung zeigte sich nur eine leichte vorübergehende Besserung. Kennt jemand das Problem, bzw.eine Lösung ?

    Kommentar von Manfred Sonntag am 23. Juli 2013 um 20:45

  3. Guten Tag Herr Sonntag,
    falls Sie auf Quarzsand verlegt haben, erklärt dies u.a. den Wasserstau. Hier ist Splitt zu verwenden. Des Weiteren sollte, wenn auf Beton verlegt wird, auf Drainagematten zum Wasserablauf zurückgegriffen werden; die Verfugung geschieht ebenfalls durch(wasserdurchlässigen) Splitt.

    Ich hoffe, dass ich Ihnen damit helfen konnte.

    Sonnige Grüße aus Mannheim,
    Florian Andreas | jonastone

    Kommentar von Florian Andreas am 24. Juli 2013 um 13:03

  4. Liebe Blog-Teilnehmer, letztes Jahr wurden auf unserer Terrasse
    Granitplatten (ramona blanco) verlegt und im Juli mit Lithofin Grundschutz
    versiegelt. Seit kurzer Zeit nun erscheinen immer mehr kreisrunde, schwarze
    Flecken. Das Besondere: Bei Wärme/Hitze verschwinden sie, um bei
    normalen Temperaturen identisch wieder zu erscheinen. Der Verleger
    sagt, es liegt am Stein. Der Steinlieferant sagt, es liegt am Kies drunter oder wir
    haben die Flecken verursacht (wenn das stimmen würde, würde ich nicht
    reklamieren). Kann uns jemand aus dem Kreis hier einen Tip geben?
    Vielen Dank schon jetzt dafür Michael Juhl

    Kommentar von michael juhl am 29. August 2013 um 20:22

  5. Mögliche Ursache die Versiegelung. Die Feuchtigkeit von unten kann nach der Versiegelung schlecht durch die Platte hindurchwandern. Bei starker Sonnenlicht-Erwärmung werden jedoch die Feuchtigkeitflecken abgebaut. Das wird wahrscheinlich in den Herbst-Wintermonaten zunehmen und im nächsten Sommer wieder abnehmen.

    Kommentar von Markus am 11. September 2013 um 10:24

  6. Guten Abend Herr Juhl,
    wir gehen auch davon aus, dass es am Unterbau liegt. Welchen Kies haben Sie denn verwendet?

    Viele Grüße aus Mannheim
    Florian Andreas | jonastone

    Kommentar von Florian Andreas am 11. September 2013 um 16:14

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