Wo Kalkstein abgebaut wurde, entsteht neue Naturvielfalt
In Kapf soll wieder heimischer Wald entstehen.
Was passiert, wenn in einem Steinbruch nicht mehr weiter abgebaut wird? Der Kalksteinbruch Istein im Südwesten von Baden-Württemberg, aus dem nach Angaben der Eigentümer rund 0,75 Millionen Tonnen Kalkstein jährlich gewonnen werden, ist ein interessantes Beispiel dafür, wie ausgebeutete Flächen wieder hergestellt werden.
Die Rekultivierung verläuft in mehreren Phasen. Schon Anfang der achtziger Jahre hat es die ersten Schritte in diese Richtung gegeben, wie der zuständige Manager Dr. Michael Rademacher informiert. Auf einer ehemaligen, sieben Hektar umfassenden Abbaufläche wurden Reben gepflanzt – heute kümmert sich ein zur Firma gehörender Weinbaubetrieb um regionaltypische Weinsorten. Weitere acht Hektar sollten wieder bewaldet werden – hier gibt es heute vielfältige Gehölze und Magerrasen.
Für eine Erweiterung des Steinbruchs, die den Angaben zufolge mit einer Teilverfüllung aus dem nahen Tunnelbauprojekt der Deutschen Bahn verbunden war, musste den Behörden ein Rekultivierungsplan vorgelegt werden. Er ist seit vier Jahren Grundlage für die aktuellen Arbeiten.
Wiederum sind viele Waldflächen geplant. Auf anderen Flächen, so Radermacher, würden „Ziele des Naturschutzes“ verfolgt. Wo Wald vorgesehen ist, werde mindestens ein Meter „humoser Oberboden“ aufgebracht. Dann folgt heimischer Gehölz-, Gräser- und Kräutersamen. Die Rotbuche soll wieder heimisch werden, an Sträuchern werden Hartriegel, Weißdorn, Pfaffenhütchen, Wildrosenarten und Schneeball auf der Website des Eigentümers genannt. Mit den Sträuchern sollen die entstehen Flächen vor Erosion geschützt werden. Dabei hilft auch, Wiesenmahd aus der Nähe zu verteilen. An einigen Stellen werden auch Bäume gepflanzt. Wo Naturschutz im Vordergrund steht, bietet humusfreier Kalkschotter unterschiedlicher Körnung die Grundlage der Entwicklungen.
Bis Wald neu entsteht, der dann auch wieder wirtschaftlich genutzt werden soll, wird aber viel Zeit vergehen. Es könne im Detail auch nicht vorhergesagt werden, wie diese Entwicklung verlaufe. „Daher wird die Rekultivierung des Steinbruch Kapf von einem Biologen begleitet und beobachtet“. Dies sei nötig, um unerwünschte Entwicklungen korrigieren zu können, so Radermacher.

Blumen, Wiesen, Grün – nach dem Abbau von Naturstein wächst Wald neu.
Die ersten Fotos sehen viel versprechend aus. Es ist wieder viel Grün eingezogen. Nach einem Jahr habe sich Berg-Ahorn etabliert heißt es – es blüht und grünt.

Dieses Bild der Betreiber zeigt die Dimensionen, um die es bei der Rekultivierung des südbadischen Steinbruchs geht.
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- von F. B. Timm
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