Allgemein 30. Juli 2009

Naturstein: Verantwortung ausüben, Nachhaltigkeit nutzen

Granitpflaster, Pflastersteine aus Granit Der Betonverband SLG hat die Nachhaltigkeit von Straßenbelägen verglichen. Naturstein wird eine gute Wiederverwertbarkeit attestiert.

Wie nachhaltig ist Naturstein? Das bedeutet: Wie sehr werden durch Abbau und Verteilung Ressourcen in Anspruch genommen?

Der Betonverband Straße, Landschaft, Garten e. V. (SLG) hat in einer Studie vier mögliche Beläge von Verkehrsflächen untersucht: Asphalt, Betonpflaster, Naturstein und Klinker.

Dass der SLG „Betonstein aus ökobilanzieller Sicht als besonders vorteilhaft“ einstuft, ist gewiss keine Überraschung. Natürliche und überwiegend heimische Ausgangsstoffe, fortschrittliche Abbau- und Produktionsprozesse und kurze Transportwege werden als Argument auf der Website genannt. Dieser Faktor wirke sich laut PE International, den Autoren der Studie, „sehr negativ auf die ökobilanzielle Betrachtung von beispielsweise importiertem Naturstein aus“.

jonastone lässt aus Asien kommende Natursteine in der Regel per Schiff nach Deutschland transportieren und nutzt für den Weg vom Hafen nach Mannheim häufig die Eisenbahn. Das verlängert zwar Lieferzeiten, aber schont die Umwelt. Auch die Tatsache, dass die Natursteine nicht über zahllose Stationen weitergereicht werden sondern den Endkunden möglichst direkt erreichen, dürfte positiv ins Gewicht fallen.

Zweiter Kritikpunkt ist aus SLG-Sicht, dass fast die Hälfte des nach Deutschland eingeführten Natursteins aus China kommt, das wiederum Granit aus Indien bezieht. Dort arbeiteten „Hunderttausende Kinder und Schuldknechte“ in den Steinbrüchen. jonastone hat dazu schon vor zwei Jahren klargestellt, dass „alle Lieferanten zur Einhaltung eines Verhaltenskodex gegen Ausbeutung und Kinderarbeit“ verpflichtet werden. Geschäftsführer Oliver Hönig bekräftigte jetzt diese Aussage erneut.

SLG-Geschäftsführer Dietmar Ulonska sagte auf Anfrage, dass der Studie der gesamte Lebenszyklus von der Herstellung bis zur Entsorgung zugrunde liege. Bei der Herkunft des Natursteins sei eine Aufteilung angenommen worden: 40 Prozent heimische Steine, 30 Prozent Indien/Asien und weitere 30 Prozent Italien/Portugal. „In Wahrheit liegt die Quote aus China etwas höher“. Ausdrücklich positiv bewertete Ulonska die Wiederverwertungsquote des Natursteins – dort könne das Material deutliche Pluspunkte sammeln. Grundlage einer solchen Studie sind Ulonska zufolge international anerkannte ISO-Normen.

DNV lobt Energieeffizienz

Bemerkenswert klar ist eine aus dem vorigen Jahr stammende Mitteilung des Deutschen Naturwerksteinverbands (DNV), die sich ebenfalls mit der Nachhaltigkeit von Naturstein auseinandersetzt. Zwar kritisiert auch der DNV lange Transportwege bei Steinen, die aus Asien stammen, stellt aber andererseits klar, dass aus ökologischer Sicht der Einsatz von Natursteinen eine Fülle von Vorteilen habe. Die wichtigsten Stichworte:

  • Naturstein entwickele im Lauf der Jahre eine natürliche Patina. Das optische Erscheinungsbild bleibe unverändert, deswegen seien der Aufwand für Reinigungs- und Wartungskosten gering.
  • Naturstein habe eine hohe Kapazität, Wärme zu speichern. Das spare Heizenergie. Glasfassaden verursachten dagegen hohe Kosten und machten aufwändige Klimaprogramme nötig.
  • Naturstein sei bei der Wiederverwertung effizient. Nicht verwendeter Naturstein werde zur Steinbruch-Wiederauffüllung eingesetzt. Gesteinsreste gingen in den Garten- und Landschaftsbau oder würden zu Schotter verarbeitet.

Der DNV macht darauf aufmerksam, dass bis zu 50 Prozent der Energie, die Verbrauchern zur Verfügung steht, im Bauwesen verbraucht werde. Gerade künstliche Baustoffe erforderten im Herstellungsprozess häufig einen hohen Energieaufwand. Ergänzen ließe sich noch, dass sich der Herstellungsaufwand bei Naturstein auf das Sägen beschränkt.

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