Aussenbereich 17. August 2009

Travertin: Mit oder ohne Füllung, sommerlich und angenehm

Trommeln

So sieht es aus, wenn Travertin getrommelt wird.

Rom, die ewige Stadt, ist immer eine Reise wert. Unzählige Kirchen, nicht selten mit sehr weit zurückreichender Geschichte, die gedrungene Engelsburg, das unglaubliche Forum Romanum – überall möchte man stehen bleiben, schauen, genießen – und dann nachlesen, forschen, mehr erfahren. Auf diese Weise bieten die Reiseziele, die viele Menschen in der jetzigen Urlaubszeit ansteuern, eine unendliche Fülle von Anregungen.

Das gilt auch für das Interesse an Natursteinen. Schließlich ist die Baugeschichte Mitteleuropas schlicht untrennbar mit ihnen verknüpft. Bleiben wir also noch einen Moment in Rom: Travertin ist auch dort zu finden – die Außenmauer des phantastischen Kolosseums ist aus diesem Stein errichtet. Das relativ leichte Material eignet sich ausgezeichnet für sehr viele Zwecke – auch heute noch.

Charakteristisch für das calcithaltige Travertin sind seine Hohlräume. Im Freien wird der Naturstein meist in naturbelassener Form verlegt. Innerhalb von Gebäuden wird das Material gespachtelt, zuweilen auch geschliffen. Solcher Travertin  eignet sich nicht für die Verwendung außerhalb von Gebäuden, weil das Gestein und die Masse in den Hohlräumen unterschiedlich auf Frost reagieren und die Steine platzen können. Die Möglichkeit, die Hohlräume zu verfüllen, öffnet noch mehr Variationen, was die Farben des Travertins angeht.

Dennoch: Ungefüllter und getrommelter Travertin ist einer der am meisten verkauften Natursteine überhaupt. Getrommelt? Sie haben richtig gelesen: Das Material wandert, zusammen mit Bruchstücken nicht verwendeter Steine, in eine große Trommel – und zwar in der Fabrik, die zum Steinbruch gehört. Die Maschine wird in Drehung versetzt, durch die Bewegung wird der Travertin mit aufgerauter Oberfläche versehen und die Kanten gezielt angeschlagen. Möglich ist auch, Oberflächen zu meißeln und danach zu bürsten. Natürlich lassen sich auch alle denkbaren Bearbeitungsverfahren miteinander kombinieren.

Wer schon einmal Travertin-Fußböden gesehen hat, wird von der Eleganz des Materials entzückt sein. Mit diesem Naturstein ausgelegte Wohnungen wirken nicht nur geschmackvoll, sondern auch hell und sommerlich. Passend ist die Kombination mit Fußbodenheizungen – Travertin kann Wärme sehr gut speichern.

Travertin, einige Arten werden auch als Antikmarmor bezeichnet, kommen aus Deutschland, Italien, Spanien, der Türkei, China, dem Iran und den USA. Der Name führt uns zurück nach Rom: Der Begriff Travertin hat mit dem lateinischen Wort für Tivoli – lapus tiburtinus – zu tun. Travertine entstehen, wenn aus warmen Quellgewässern Calciumcarbonat ausgefällt wird.

Neue Blog-Beiträge per RSS abbonieren: Beiträge (RSS)
Erhalten Sie neue Kommentare per RSS: RSS 2.0



Kommentare

Keine Kommentare. Wer möchte, kann gern einen Kommentar zum Artikel schreiben.

Mit Ihrem Kommentar auf natursteine-blog.de gewähren Sie eine unbefristete Lizenz, Ihre Worte und Ihren Namen auf der Web-Site honorarfrei zu reproduzieren. Unangemessene oder irrelevante Bemerkungen werden nach eigenem Ermessen entfernt. Ihre eMail wird zum Zwecke der Überprüfung verwendet, aber auf keinen Fall veröffentlicht.