Namen sind manchmal Schall und Rauch
Die Goethe zugeschriebene Aussage, dass Namen Schall und Rauch seien, trifft manchmal auch auf Steine zu. Es lohnt sich also, beim Suchen nach dem geeigneten Material für den neuen Fußboden, die Terrasse oder die Dekoration des Gartens mit Naturstein ab und zu ein bisschen genauer hinzusehen. Hier Beispiele für Namen, die unter Umständen Verwirrung stiften können:
1) Antikmarmor ist nicht zwingend Marmor
Der sehr beliebte Antikmarmor ist mitnichten in jedem Fall Marmor, sondern eine Verarbeitungsform von Travertin, Kalkstein und Marmor. Durch künstliches Altern wird eine raue, antik aussehende Oberfläche erzeugt.
Antikmarmor ist kein Name für ein Gestein, sondern bezeichnet die Behandlung der Oberfläche. Das Gestein wird künstlich gealtert.
Dieses Bild macht die Unterschiede offenkundig: Daws ist Marmor. (Fotolia)
2) Kalkstein ist ein Oberbegriff
Der Begriff Kalkstein wird in sehr vielfältiger Art und Weise verwendet. Geologen zählen auch Travertine dazu. Sie sagen, Travertin sei ein sekundäres Kalkgestein – er bildet sich durch Ausfällung an heißen Quellen. Etwas anderes als Kalkstein ist Kalk – er entsteht durch industrielle Verarbeitung in Hochöfen und wird für sehr vielfältige Zwecke eingesetzt.
Dieser ausgesprochen attraktive Stein ist ein Kalkstein.
3) Quarzit wird manchmal fälschlich als Sandstein bezeichnet
Manchmal werden Quarzite als Sandstein bezeichnet. Der Irrtum kann entstehen, weil Quarzite aus Sandsteinen entstanden sind. Quarzit ist ein sehr harter, oft sehr attraktiver Naturstein, Sandstein zählt nicht immer und in jedem Fall zu den Hartgesteinen.
Kein Zweifel: Dieses Schwimmbecken ist mit Sandstein eingefasst.
4) Gneis ist kein Granit oder: Was ist Cashmere white? Und was steckt hinter Nero assoluto?
Es gibt Natursteine, die mit unterschiedlichen Bezeichnungen verkauft werden. Der indische Cashmere white wird als Granit und Gneis angeboten. Folgt man Detlev Hills „Taschenatlas Naturstein“ und der Website geodienst.de, handelt es sich um Granulit. Laut Mineralienatlas ist dieser feinkörniger als Granit.
Zu Verwechslungen von Granit und Gneis kann es wohl auch deshalb kommen, weil sie ähnliche Eigenschaften haben.
Unsicherheiten gibt es auch bei der Gesteinssorte „Nero assoluto“. Er wird als Granit gehandelt, Detlev Hill identifiziert den aus Zimbabwe kommenden Stein aber als „Gabbro mit feinkörnigem Gefüge“. Die unkorrekte Bezeichnung kann damit zu tun haben, dass sowohl Gabbro als auch Granit zu den Plutoniten gehören. Laut Hill ist ein anderer Handelsname für diesen Stein „Zimbabwe Black“.
Natürlich geht es am Ende nicht nur um “Schall und Rauch”. Denn: Gesteine unterscheiden sich durchaus in ihren Eigenschaften voneinander (auch wenn sich ihre chemischen Bestandteile ab und zu ähneln). Hier genau hinzuschauen, lohnt also.
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