Granit 29. September 2009

Wie empfindlich sind welche Natursteine?

steinoberflaeche_ganz_nahNatursteine sind unterschiedlich empfindlich. Je härter der Stein, um so unbeeindruckter bleibt das Material von Kratzspuren. Vorsicht ist angesagt, wenn ein Kalkstein mit Säure in Kontakt kommt.

Einen Fußball kann man anders behandeln als eine Violine. Wer sich mit der täglichen Wäsche auseinandersetzt, weiß ganz gut, dass er eine weiße Hose häufiger waschen und dabei nicht mit ausfärbenden Kleidungsstücken zusammenbringen kann. Fotoapparate danken einem den sorgsamen Umgang genauso wie Schallplatten und CDs, auch die Liebste sollte man so behandeln, wie man selbst umsorgt werden will.

Und wie ist es bei Natursteinen? Vertragen sie rauen Umgang oder rächen sie sich mit bleibenden Kratzern, Flecken und verblassendem Glanz?

Bei der Beantwortung dieser Frage helfen ein paar Faustregeln.

1. Je härter das Gestein, um so unempfindlicher ist es in Sachen Kratzern. Schiefer trägt sehr schnell sichtbare Spuren davon, Granit ist widerstandsfähiger. Bei Sandsteinen kommt es sehr auf die Sorte an: indische Hartsandsteine sind robuster als weichere Sandsteine, in denen man schon mit dem Fingernagel Kratzspuren hinterlassen kann. Ebenfalls relativ unempfindlich gegen Kratzer ist Travertin.

2. Schiefer ist dafür unempfindlicher gegen Flecken – was ihn als Bodenfliese geeignet macht. Sandstein sollte, wenn Flecken keine irreversiblen Schäden hinterlassen dürfen, unbedingt imprägniert sein – jonastone empfiehlt das für alle Natursteine.

3. Es gibt Materialien, die keinesfalls mit säurehaltigen Pflegemitteln behandelt werden dürfen. Dazu zählen Kalksteine, auch Travertin. Bei Essig, Wein und Sekt muss man aufpassen, wenn Kalkstein im Spiel ist: Säure greift den Stein an. Bei polierten Oberflächen wird das schneller sichtbar als bei anderen – auch die Imprägnierung kann davor nicht völlig schützen.

Ansonsten ist eins klar: Weder an den Menschen, die über Natursteinböden laufen, noch an den Fliesen, die sie betreten, geht das Leben spurlos vorüber. Wer sich aber mit den Eigenheiten des Natursteins im Wohnzimmer, auf der Terrasse oder im Garten ein wenig auseinandersetzt und sich auf sie einrichtet, wird an Natursteinen lange Freude haben – genau so wie am Fußball, der Violine, fachgerecht gepflegter Wäsche, Schallplatten, CDs – und der Liebsten.


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Kommentare

5 Kommentare

  1. Hallo,
    ich bin ganz verzweifelt – ein Gärtner hat seine Fräse bei uns auf dem Rasen angeworfen, wohl das erste Mal nach dem Winter, und durch den Schmodder, der aus dem Auspuff spritzte, sind drei sehr grosse Sandsteinplatten mit einem Benzin-Öl-Gemisch versaut. Habe ich eine Chance, sie wieder einigermassen hinzukriegen? Er bietet zwar an, sie zu ersetzen, aber das wird immer schlechter aussehen, denn sie sind in langwieriger Puzzlearbeit zusammengefügt worden (wie heisst das? polygonal? Sie sind ganz unregelmässig, so, wie sie aus dem Steinbruch kamen).
    Ich wäre SEHR dankbar für einen Tipp …
    Danke!
    Stefanie Köhler

    Kommentar von Stefanie Köhler am 22. März 2010 um 10:13

  2. Hallo Frau Köhler,

    Sie können versuchen die Flecken mit dem OIL-EX von der Firma Lithofin zu entfernen.

    Das sollte einigermaßen klappen.

    Kommentar von Simon Kobel am 25. März 2010 um 11:20

  3. Hallo, Herr Kobel,
    vielen Dank – das versuche ich.
    Schöne Frühlingstage!
    Stefanie Köhler

    Kommentar von Stefanie Köhler am 26. März 2010 um 08:45

  4. Hallo Herr Kobel,
    wir haben Natursteintreppenstufen im Garten. Unglücklicherweise haben wir einen schweren Terakottakübel über die Treppe getragen und weil es zwischendrin so schwer war, haben wir den Kübel auf einer Stufe abgesetzt und blöderweise wohl über die Stufe ein bisschen gezogen. Jetzt sind echt blöde Kratzer auf der Stufe – mitten drin. Sieht nicht schön aus. Gibt es Hilfe??? LG Fr. Backhaus

    Kommentar von R.B. am 5. April 2012 um 17:04

  5. Hallo Herr Kobel,

    ich habe Ihre obigen Ausführungen gelesen, weiß aber immer noch nicht , welcher Stein für meine Terrasse wohl der beste wäre.
    Ich tendierte zu Schiefer, hellgrau, aber fürchte, dass ich mich doch über Kratzer ärgern könnte. Die Fensterbänke sind aus Schiefer und da dache ich, dass der neue Bodenbelag für die Terrasse auch Schiefer sein sollte. Welche Alernativen würden Sie empfehlen oder ist frostsicherer Schiefer okay?
    Mit besten Grüßen
    Silvia

    Kommentar von Silvia am 12. Juli 2014 um 09:45

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