Weltenbummler mit Geschmack: „Peacock wollte ich schon immer“
Das moderne Apartement besticht durch den Peacock-Schiefer, mit dem es ausgelegt ist.
Das Örtchen Klaus in Vorarlberg ist ein guter Platz für Überraschungen. Wirkt die Fahrt aus Deutschland, zunächst noch entlang des Bodensees, dann immer mehr durch Industrie- und Einkaufsgebiete, die wie Geschwüre aus den historischen Ortschaften herauswuchern, zunächst etwas ernüchternd, entschädigt schon der Blick auf die malerisch im Tal liegende Gemeinde, die nur knapp über 2.000 Einwohner hat. Ein Rundgang offenbart, dass traditionelles Bauen hier eher auf die Holzschindel setzt. Aber schon die Straße, in der der junge Weltenbummler Philipp Pircher wohnt, wenn er nicht unterwegs ist, zeigt mehr Mut und Großzügigkeit – obwohl in unmittelbarer Nachbarschaft des Hauses, in dem Pircher eine Wohnung gekauft hat, noch Schafe und Kühe geruhsam weiden. Auch sonst ist an Vormittagen hier nicht allzu viel los: Ab und zu brummt ein Bus vorbei, einmal knattert ein uralter Lkw mit einem Oldtimer auf der Ladefläche etwas mühsam die Straße entlang, Kinder kommen von der Schule nachhause und gegenüber wacht einer ernste Katze, dass nichts schief geht.
Pirchers Haus verdient eine extra Bemerkung: Der Apartment-Block setzt recht konsequent auf moderne Formen und Materialien. Das Gebäude ist aufgeständert und nutzt die Bergsteigung aus, im frei gelassenen Erdgeschoss sind ein paar Parkplätze vorgesehen. So viele können hier noch nicht wohnen: Im Hausflur sind noch Baupappen ausgebreitet.
Pircher, ein junger Mann von zupackender Freundlichkeit, bittet in den obersten Stock. Selbst für jemand, der häufiger mit Natursteinen zu tun hat, ist der Anblick seines Apartments eine unerwartete Überraschung: Es ist mit Peacock-Schiefer ausgelegt. Pircher hat den Raum, der sich zu einer großzügigen Terrasse öffnet, hochmodern ausgestattet. Wohn- und Essgruppe werden durch eine Küche komplettiert. Der gelernte Elektriker hat das meiste in diesen Räumen selbst gemacht – nicht nur den Boden zusammen mit einem italienischen Bekannten verlegt (und dabei das Problem der äußerst unterschiedlichen Fliesenstärken bewältigt) – sondern auch eine intelligente Wohnungselektrik eingebaut und die Küche mit Schubladen ausgestattet, die sich auf einen sanften Druck von selbst öffnen.
Unser Bild zeigt die besondere Schönheit des farbenreichen Naturgesteins. 
„Pecaock“, sagt der Gastgeber, „wollte ich schon immer haben“. Zwar hätte der Österreicher, der für ein großes Kranunternehmen herumreist und die Lastenbewältiger bei den Kunden in Betrieb nimmt, sich das Material relativ einfach aus Indien besorgen können, aber „ich wollte dann doch eine Firma dabei haben“. Das sei, wenn man einmal etwas nachbestellen wolle, doch besser. Erst, fügt Pircher hinzu, habe er die farblich sehr unterschiedlichen Fliesen etwas sortieren wollen, nun haben sie aber doch sehr bunt ihren Platz gefunden.
Mit einem Spezialkleber war alles in zwei Abenden erledigt, obwohl es aufwändig gewesen sei, wie sich der Österreicher erinnert.
Nicht nur im schicken Wohnzimmer prangt der Schiefer, auch bis ins Bad ist er verlegt. Schritt für Schritt, Etappe für Etappe baut Pircher, der aus dem Nachbarort stammt, seine Wohnung weiter. Das Haus hat ein Bekannter errichtet, der heutige Besitzer konnte an seiner Wohnung mit planen und hat sie „nackt“ – also nur mit Estrich in den Zimmern – gekauft. „In 20 Jahren“, hat er sich vorgenommen, „ist alles bezahlt“.
Den Espresso serviert er übrigens in Tassen, die aus Dubai stammen – auch der Fernseher und das Holz für die Terrasse kommen aus dem Ausland. Vor Weihnachten soll hier alles fertig sein. Das bezweifelt man keinen einzigen Augenblick.
Vielleicht darf man das eine klassische Kombination nennen: helle, freundliche Möbel zu einem eher dunklen Fußboden.
Bis Weihnachten will Weltenbummler Pircher fertig sein.
Auch diese Detailaufnahme macht deutlich, wie die Farben des Schiefers mit dem Mobiliar harmonieren.
Auch im Bad liegt Peacock-Schiefer.
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