Gestein des Jahres 2010: Kalkstein
Das sind zwei besonders schöne Natursteine: Kalkstein. Er ist jetzt zum Naturstein des Jahres ausgerufen worden – wir zeigen zwei Stücke aus der Münchner Musterschau.
Es sind die Meldungen, die in den so genannten Nachrichtenblöcken der Fernsehnachrichten verschwinden, weil sie für den allgemeinen Fernsehzuschauer weniger wichtig zu sein scheinen: Welcher Begriff zum Wort (oder Unwort) eines Jahres ausgerufen, welches der Vogel des Jahres ist – oder wie die Begriffe immer heißen mögen. Natürlich, da ist oft Übertreibung und Wichtigmacherei dabei und man muss nicht wirklich hinhören.
Wenn es aber um das Gestein des Jahres geht, lohnt die Aufmerksamkeit schon – schließlich wird hier etwas in den Mittelpunkt gerückt, dass sonst nicht zu finden ist. Im aktuellen Fall könnte das glatt eine Täuschung sein: Kalkstein ist vom Berufsverband der Geowissenschaftler (BDG) zum Gestein des Jahres ausgerufen worden. Kalkstein, lernt man beim BDG sehr schnell, ist ein sehr begehrter Rohstoff, der zu Zement und Branntkalk weiter verarbeitet, in der Eisen- und Stahlindustrie, der Landwirtschaft – und nicht zuletzt für Böden und Terrassen – intensiv genutzt wird. Die BDG-Experten schätzen, dass ein Mensch in 70 Lebensjahren 100 Tonnen Kalkstein braucht.
Zugleich würdigen die Geowissenschaftler nicht nur den eigentlichen Kalkstein, sondern auch noch Travertin, Marmor, Oolith, Kalktuff, Sinter und Marmor. Geologisch gesehen ist Kalkstein nämlich zugleich ein Oberbegriff für eine ganze Gruppe von Natursteinen, die nach den Wegen ihrer Entstehung unterschieden werden. Der “klassische” Kalkstein hat viel mit einstigen Meereslebewesen zu tun, deren Skelett-Überreste die Grundlage waren. Travertin entsteht durch Ausfällung in Gewässern. Gemeinsam haben alle Kalksteine, dass sie empfindlich auf Säure reagieren – sie löst das Material auf.
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