Mediterranes Natursteinparadies mitten in der Ostheide
Eine rund um gelungene Gestaltungsarbeit ist dieses Wohnhaus. Naturstein spielt Außen und Innen eine ganz wesentliche Rolle.
Wenn man, eine halbe Autostunde von Hamburg entfernt, von der Bundesstraße 4 auf die kleinen Seitenstraßen in die Dörfer abbiegt, meint man, die Zeit sei stehen geblieben. Große Bauernhöfe mit wuchtigen Feldsteinmauern davor, die Klinkerpfosten einfassen, wenig Leute auf den Straßen, kaum Geschäfte. Es ist eine ländliche, hier und dort wohl durchaus traditionelle Gegend – die man aber auch nicht unterschätzen darf: Immerhin ist das Wendland nur um die Ecke, und da sind die Bauern, wenn es gegen die Atomkraft geht, durchaus mit von der Partie. Reinstorf schlägt nicht aus der Art – ein paar Straßen und Höfe, eine Kneipe, ein paar Äcker weiter die nächste kleine Siedlung. Ostheide nennt sich dieser Landstrich.
Um so größer ist die Überraschung, wenn man das Haus von Bettina van Clewe das erste Mal sieht. Hell verputzt, bunte Dachziegel, steht es leicht erhöht auf einem großzügigen Grundstück. Die einem aufgestellten Dreieck folgenden, aufgelockert um eine Mittelachse gruppierten Baukörper lassen das Haus leicht – und zugleich erweiterbar – erscheinen. Betritt man das Grundstück, spürt man zunächst Natursteinkiesel unter den Füßen. Der Weg steigt leicht an, in den Kies hinein ist heller Travertin verlegt.
Der Travertin der Terrasse ist in den Natursteinkiesel, der vom Grundstückseingang zum Haus führt, hineingelegt.
Die durch die Erhöhung entstehenden Beete, die die Terrasse einfassen, sind mit grob behauenen Sandsteinen begrenzt, in den Beeten liegt Glensander-Schotter, Lavendel ist hineingepflanzt. Die Vorderseite des Hauses ist mit Travertin ausgelegt, nach hinten geht er in afrikanisches Danta-Hartholz über, hinter dem Haus soll noch ein Kamin entstehen, der ebenfalls auf Travertin ruhen wird.
Das Haus steht leicht erhöht. Die Terrasse wird von Beeten eingefaßt, die von grob behauenen Sandsteinen begrenzt werden.
Das Überraschende dieses Hauses macht nicht nur sein völliges Abweichen von der Norm aus, sondern die offenkundige Kompetenz der Gestaltung. Hier ist nichts von der Stange – mit einer nahezu versessenen Liebe zum Detail hat die Künstlerin Bettina van Clewe, die hier mit ihrem Mann und einem Hund lebt, dieses erstaunliche Natursteinparadies selbst entworfen. “Fliesen und Natursteine”, sagt sie, “sind meine Spezialität”. Sie hat auch schon Terrassen für Kunden entworfen; jonastone habe sie schon “länger beobachtet”. Für die Terrasse sei zunächst auch einheimisches Holz infrage gekommen; Travertin sei “gesetzt” gewesen. Auch das Innere des Hauses prägen Natursteine.
Für Bettina van Clewe steht fest, dass sich der Trend zum mediterranen Lebensstil weiter durchsetzen wird. Vor 30 Jahren habe niemand Natursteine genutzt, heute “wollen sich die Leute Urlaub nach hause holen”.
Die Gestalterin maß aus, wie viel sie für ihre Terrasse im römischen Verband brauchte, bestellte die nötigen Quadratmeter und kam mit der Menge aus. Viereinhalb Tage dauerten die Arbeiten – das Niveau ist hochprofessionell. Auf die Frage, ob sie die Wahl schon einmal bereut habe, schüttelt die Künstlerin nur den Kopf.
Der Rundgang durch das Reinstorfer Haus zeigt sie als Spezialistin für Bodengestaltungen aus Fliesen und Marmorbruch. Fensterbänke sind aus handgesammelten, weißen Steinen der Umgebung zusammengefügt, den schönen Blick in die Heidelandschaft gibt es gratis dazu. Die glasdurchbrochenen Holztüren hat sie selbst entworfen, Möbel und Lampen sorgfältig ausgesucht. Dass das Haus ökologisch mit Pellets, Solarenergie und Umluft beheizt wird, wundert einen dann schon nicht mehr. – Ein Traumhaus? Vielleicht. Kann das jeder? In dem Sinne, eigene Ideen mit aller Kraft zu verfolgen, ganz gewiss. Chapeau!
Travertin und Sandstein harmonieren wunderbar
Der Travertion wurde im römischen Verband verlegt.
Natursteinkiesel führt zur Grundstückseinfahrt.
Auch dem Hund scheint das Ensemble zu gefallen.

Auch im Inneren spielt Travertin eine Rolle.
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